Roda

Die Roda (pt.: der Kreis) ist weit mehr als nur das Spielfeld – sie ist ein Mikrokosmos und ritueller Raum, in dem alle Elemente der Capoeira zusammenfließen: Musik, Kampf, Spiel, Geschichte und Gemeinschaft. Der Kreis symbolisiert Unendlichkeit und die Energie, die nicht entweicht, sondern zwischen den Teilnehmenden zirkuliert – das Axé.

Struktur der Roda:

  • Pé da Roda (Fuß der Roda): Dies ist der wichtigste Ort im Kreis, genau dort, wo die Bateria (die Musiker) steht. Hier hocken sich die zwei Spieler:innen unter dem zentralen Berimbau (Gunga) hin, um sich mental zu sammeln und auf das Zeichen des Mestres/der Person die die Roda führt zu warten.

  • Boca da Roda (Mund der Roda): Der Bereich direkt vor den Instrumenten, durch den die Spieler in den Kreis eintreten

Der Ablauf: In einer traditionellen Roda ist alles strukturiert. Es beginnt mit der Ladainha, gefolgt von der Louvação. Erst wenn das Corrido beginnt und der Chor klatscht, wird das Spiel freigegeben. Die Zuschauenden und Wartenden bilden den Kreis. Ihre Aufgabe ist nicht passiv; durch Klatschen (palmas) und Singen geben sie Energie an die zwei Spielenden in der Mitte weiter. Wenn die Musik schwach wird, wird auch das Spiel schwach – deshalb ist der Chor (coro) genauso wichtig wie die Kämpfer.

Wichtige Regeln & Etikette:

  • Compra (Kaufen): Wenn zwei Spieler lange gespielt haben, kann ein Dritter das Spiel „kaufen“, indem er sich anzeigt und einen der beiden ablöst. Dies muss jedoch respektvoll geschehen.

  • Blickkontakt: Man dreht dem Gegner und vor allem dem Berimbau niemals den Rücken zu.

  • Volta do Mundo: Wenn das Spiel zu hitzig wird oder die Spieler eine Pause brauchen, laufen sie oft gemeinsam im Kreis gegen den Uhrzeigersinn, um die Energie zu beruhigen, bevor sie weiterspielen

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